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April 27, 2026 Von Julian Scheufler

Indie Pop aus München: Wie „good enough“ von amonolog entstand

Die Idee für einen Song, Text, Melodie & Akkorde entstehen manchmal ganz schnell. Da zündet ein Funke und schon ist das Ding fertig, zumindest im Kopf. Ihn dann loszulassen, das dauert oft viel länger…

Der Song, um den es heute geht, ist dafür ein gutes Beispiel. Das Gerüst von „good enough“ von amonolog ist im Sommer 2024 bei einem Songwriting Workshop hier im Tonstudio München entstanden, kurz darauf haben wir ihn in einer Studiosession produziert und jetzt, fast zwei Jahre später, ist er draußen in der Welt. Inklusive einem cineastischen Musikvideo.

Letzten Samstag war ich auf ihrer Release Party eingeladen und durfte den wunderbaren Moment erleben, als der ganze Raum den Refrain mitgesungen hat. Genau dieser Moment ist die Auflösung einer Geschichte, in der sich, glaube ich, ziemlich viele Künstler*innen wiederfinden und genau so eine Auflösung anstreben. Und auch darum geht es in dem Song!

Cover good enough Music Video Version by amonolog scaled Indie Pop aus München: Wie „good enough" von amonolog entstand Tonstudio München Südpark

Songwriting Workshop im Tonstudio München

Im Juni 2024 fand bei mir im Studio ein Soulwriting Workshop statt, ganz wunderbar angeleitet von Carla, die mit den Teilnehmer*innen erst gemeinsam Übungen gemacht hat und dann jede*n für sich an einem eigenen Song arbeiten ließ. amonolog war dabei und an diesem Tag entstand „good enough“.

„Ich habe in mir gespürt, dass ich mich wirklich viel zu oft vom Perfektionismus ausbremsen lasse. Ich schreibe so unglaublich gerne Songs, ich wollte mehr an mich selbst glauben. Als wir im Studio den Song zum ersten Mal angehört haben, bin ich innerlich so euphorisch geworden. Das war ein riesiger Schritt für mich, weil ich meine Musik selbst ehrlich ernstgenommen habe.“

Mittagspause scaled Indie Pop aus München: Wie „good enough" von amonolog entstand Tonstudio München Südpark
Verdiente Mittagspause beim Soulwriting Workshop - gut gestärkt ging es dann ans Songwriting

Text, Melodie und Gitarrenbegleitung standen also. Daraufhin trafen wir uns, um den Titel weiter auszuproduzieren und dabei aufzunehmen.

So entsteht eine Indie Pop Produktion im Tonstudio München

Ich arbeite gern fokussiert, sodass die Produktion meist an einem Tag entsteht. Vorbereitung vorab, eine klare Vision setzen, und dann gemeinsam loslegen. Das hat wunderbar funktioniert.

„good enough“ ist eine Indie Pop Produktion mit Bandarrangement. Im Mittelpunkt steht ihre so wunderbar gefühlvolle Stimme. Schon mit dem ersten Wort kann ich mich voll in ihre Emotionen einfühlen. Ganz toll. Musik, die berührt. Darum geht es!

Sie begleitet sich auf ihrer akustischen Gitarre und dazu spielen schließlich Bass, Drums, später noch E-Gitarre und ein E-Piano, das sich sanft drüberlegt.

Ich fand das einen total entspannten Tag, obwohl amonolog sich selbst als sehr perfektionistisch beschreibt. Im Studio war davon aber wenig zu spüren.

„Du warst so einladend und entspannt, wir haben ja auch zusammen Mittag gegessen. Und besonders cool fand ich, dass du mal eben so E-Bass, E-Gitarre und Piano spielst und meine Melodie-Ideen eingespielt hast. Deine strukturierte Art hat mir den Freiraum gelassen kreativ zu sein, ich habe mich so wohlgefühlt und mich ganz auf den spaßigen Prozess konzentrieren können.“

Das ist genau der Vibe, den ich mir hier im Südpark Studio wünsche. Wenn sich Artists wohlfühlen, können sie die beste Performance abliefern.

„Ich habe mich keinen Moment von dir ‚mies gejudged‘ gefühlt. Du warst mit Herzblut dabei und hast das Beste aus mir herausgebracht.“

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Ich wieder am BAss scaled Indie Pop aus München: Wie „good enough" von amonolog entstand Tonstudio München Südpark

„If I could open that door…" – Worum es in „good enough" wirklich geht

„good enough“ beginnt mit einer Atmo, in der harte innere Stimmen auf sie einreden – die Selbstzweifel, die jede*r kennt, durchaus etwas unangenehm… In den Strophen erzählt sie aus ihrer eigenen Gefühlswelt. Und im Refrain bricht sie aus: „if I could open that door…“

„Die Tür beschreibt den inneren Perfektionismus, der mich immer wieder davon abhält, meine Träume zu verwirklichen. Erst wenn ich genau weiß, wie ich das Schloss knacke, kann ich die Tür öffnen und den Weg zu meinem wahren Ich herausfinden. Also in meinem Fall war das, was ich ‚knacken‘ musste, meine negativen Glaubenssätze, Selbstzweifel und Leistungsdruck.“

Sie hat den Song für sich selbst geschrieben – aber nicht nur:

„Ich habe mich in meiner depressiven Phase über viele Jahre immer kleingehalten. Perfektionismus und Leistungsdruck haben mich zurückgehalten. Zwar war in mir diese Sehnsucht nach dem ‚Gesehen und Gehört-Werden‘ so groß, aber ich habe mich und meine Musik nie für gut genug gehalten. So bin ich nie aufs Ganze gegangen und in der sicheren Komfortzone geblieben. Anderen und mir soll der Song Mut und Hoffnung geben. Jede*r fühlt sich mal nicht gut genug. Aber jede*r ist gut genug!“

Ihre Lieblingszeile im Song: „There’s something that I need to change and someone I need to help fighting“. Denn:

„Die Entscheidung zur positiven Veränderung ist für mich der erste Schritt hin zu größerem Selbstbewusstsein und Heilung gewesen. Ich musste mich selbst ernstnehmen und mich nicht aufgeben. Natürlich habe ich dafür Unterstützung benötigt, in meinem Fall eine Therapie“
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Foto: Quirin Kelnhofer

Mehr als nur ein Release: Was zwischen Produktion und Veröffentlichung passierte

Hier wird’s spannend – und vielleicht auch zu einem Thema, in dem du dich, liebe*r Lesende*r, selbst wiederfindest.

Der Song war im Sommer 2024 fertig produziert, inkl. Mixing und Mastering. Eigentlich hätte er kurz danach raus können. Hätte. Aber:

„Ich hatte ein paar Stationen zu erledigen: eine Therapie, meine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton abschließen und dann Arbeiten. Da ging das mit dem Release nur so nebenbei. Aber dieser zeitliche Rahmen hat mir geholfen, mich Stück für Stück als Artist wahrzunehmen.“

In der Zwischenzeit ist viel passiert: Sie hat ein Coaching bei der Musik-Managerin Christina Baur begonnen, mehr Inhalte auf ihren Social-Media-Kanälen geteilt und ein cineastisches Musikvideo zum Song geplant und produziert. Mit ihrer Regisseurin Lena Klesy und Kameramann Jonas Schlögl in der Einstein Kulturhalle München, gefördert durch den Munich Music Booster der Feierwerk Fachstelle Pop.

„Dieses Sicherheitsverhalten habe ich benötigt, um innerlich daran glauben zu können, dass ich gut genug bin. Also war der Perfektionismus schon noch immer dabei, aber es geht bei solchen Ängsten darum, es trotzdem zu machen. Und jetzt hab ich es, glaube ich, halb durch die Tür geschafft.“

Genau das ist der Punkt, an dem ich glaube, dass dieser Post über amonolog hinaus etwas trifft, was viele Künstler*innen kennen. Es ist nicht das Schreiben des Songs, das schwerfällt. Auch nicht die Produktion. Sondern der Moment, an dem es tatsächlich rausgeht in die Welt.

„Ich spüre den Perfektionismus am stärksten, wenn es ums Finalisieren des Songs geht. Da bin ich dann nicht mehr bei den Emotionen, aus denen der Song entsteht, sondern im Kopf in der Zukunft. Ich frage mich dann, wie der Song von außen bewertet werden wird und ob er wirklich gut genug für die Welt ist. Dabei ist das so ein Quatsch! Auch wenn der Song am Ende nur eine Person berührt, ist das Ziel erreicht. Oder auch nur, wenn ich einfach riesengroßen Spaß am Musikmachen hatte.“

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Foto: Lena Klesy, Felix Kröckel, Jonas Schlögl, Johannes Neudert

Release-Day: „good enough" ist in der Welt

Nach all dem Warten, nach Therapie, Ausbildung, Coaching, Videodreh, Promo-Planung ist „good enough“ veröffentlicht.

„Der Song ist eigentlich wie eine Dokumentation meiner Gefühle in den letzten Monaten. Dieses ständige Zweifeln an mir selbst, aber trotzdem das innere Vertrauen, dass es ein guter Song und ein großartiges Musikvideo wird. Und jetzt hab ich’s geschafft und frage mich, warum es so lange gedauert hat.“

Ich finde, es hat genau so lang gedauert, wie es musste. Manchmal ist der Weg vom Songwriting zum Release Teil dessen, was der Song eigentlich erzählt. Und in diesem Fall ist genau das passiert: amonolog hat zwei Jahre lang gelebt, was sie damals in Worte gefasst hat. Und macht jetzt genau den Schritt, den sie sich selbst und allen Hörer*innen mit dem Song wünscht.

Bei der Release Party durfte ich das dann selbst miterleben und fand den Moment so wunderschön, als alle im Raum den Refrain mitgesungen haben. Genau für diese Momente machen wir doch Musik, oder?

„good enough" hören: Musikvideo & Stream

Wenn du den Song feierst, lass ihr da gern auch eine Nachricht da. Jede Reaktion macht den nächsten Release ein Stückchen leichter.

https://www.instagram.com/amonolog.mp3/

Deine eigene Musikproduktion im Südpark Studio München

Vielleicht steht bei dir gerade auch eine eigene Tür, die du noch nicht ganz aufbekommst?

Wenn du Lust auf eine eigene Musikproduktion hier im Tonstudio München hast, dann melde dich gern. Komm auf einen Tee vorbei, wir lernen uns kennen, und schauen, was wir gemeinsam aus deinem Song machen.

LG Julian

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