August 12, 2025
Ich war eingeladen – auf den Sommerempfang des Bayerischen Landtags.
Warum genau? Ich weiß es nicht.
Vielleicht, weil “die da oben” mal mit einem coolen Musikproduzenten wie mir abfeiern wollten?
Oder weil ich letztes Jahr bei der Ausstellungseröffnung zu Kaunas im Landtag mit einem musikalischen Beitrag begeistert habe?
Ein Auftritt, bei dem ich mit Musik ein Zeichen gesetzt habe – gegen das Vergessen und für eine offene Gesellschaft.
Auf jeden Fall kam die Einladung im Briefkasten für mich unerwartet.
Nach Schloss Schleißheim zum ein riesigen Sommerfest mit 4000 Gästen.
Ich wurde gesehen – klar – in sommerlicher Abendkleidung, schön bunt und mit einer Frisur, die in solchen Kreisen nicht unbedingt Standard ist.
Zwischen Politiker*innen, Promis und Prosecco…
So richtig connected hab ich mich aber nicht gefühlt.
Ich kannte niemanden, außer Ilse Aigner, die ich bei der Kaunas-Veranstaltung kurz kennengelernt hatte.
Ringsum größere Grüppchen, die offensichtlich zusammengehörten, auch eher ältere Semester, während ich mit meiner Freundin Genoveva eher auf Solo-Mission war.
Wir haben’s uns aber richtig schön gemacht:
Ein Häppchen hier, ein Getränk da, viele Eindrücke, viel Staunen…
Was ich vermisst hatte: eine Vorstellung, ein Gespräch mit den Leuten “da oben”.
Was ich mitgenommen hab: ein Gefühl von… kuriosem Privileg.
Ich glaube fest daran, dass Künstler*innen gesellschaftlich mitmischen sollten.
Dass wir Haltung zeigen.
Dass wir mit unserer Kunst Dinge ansprechen, anstoßen, verändern können.
Darum bin ich Mitglied im Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e.V. (VUT) und war kürzlich Mitunterzeichner eines offenen Briefs der europäischen Musikindustrie,
der die geplante Übernahme von Downtown durch UMG kritisiert –
ein wichtiges Statement für mehr Fairness im Musikbusiness.
Beim Empfang selbst konnte ich zwar keine große Lobbyarbeit leisten –
aber hey, ich hab mit Ilse Aigner zur Blaskapelle getanzt.
Und das ist jetzt kein metaphorisches Bild – das ist wirklich passiert.
Unter anderem zu „Highway to Hell“. Ein Zeichen? Lol.
Das war so ein Moment, wo man merkt, dass Leute, die man sonst nur aus Pressekonferenzen und Zeitungen kennt, auch nicht unbedingt so positiv… äh, auch Menschen sind.
Man weiß es eigentlich – aber es ist dann doch überraschend, wenn man’s erlebt.
Der Abend war… wild.
Es gab Rock- und Popklassiker, gespielt von einer eher modernen Blaskapelle.
Einige Songs haben überrascht, andere waren – sagen wir – ungewöhnlich interpretiert. 😅
Lachen, tanzen oder wundern? – hab ich alles gemacht. Und es war gut so.
Politik ist nicht mein Zuhause – meine Bühne bleibt die Musik.
Und genau dort will ich Haltung zeigen,
gerade jetzt, wo die Welt so verdammt schräg läuft.
LG Julian